Der Pariser Platz liegt unmittelbar östlich des Brandenburger Tors und bildet den repräsentativen Abschluss von Unter den Linden. Seinen heutigen Namen erhielt er nach der Einnahme von Paris durch preußische Truppen im Jahr 1814. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert säumten Stadtpalais, Botschaften und das Hotel Adlon den Platz. Der Zweite Weltkrieg zerstörte fast alle Gebäude; während der Teilung lag das Gelände im abgesperrten Grenzbereich.
Nach 1990 wurde der Platz nach strengen städtebaulichen Vorgaben neu gefasst. Heute stehen hier unter anderem die Akademie der Künste, Botschaften, Bankgebäude und das rekonstruierte Hotel Adlon, wobei moderne Architektur hinter weitgehend einheitlichen Traufhöhen erscheint. Der Raum ist öffentlich, kann aber durch Staatsbesuche, Demonstrationen und Großveranstaltungen gesperrt werden. Wegen des hohen Andrangs lohnt ein früher Besuch. Das Brandenburger Tor dominiert die Wahrnehmung, doch auch die Fassaden und die Geschichte der ehemaligen Grenzzone verdienen Aufmerksamkeit.
Ein Stadtplatz ist zugleich Architekturraum, Verkehrsfläche und Bühne des Alltags und sollte deshalb von mehreren Seiten statt nur von einem Fotopunkt betrachtet werden. Beim Besuch von „Pariser Platz“ helfen ein langsamer Rundgang und der Vergleich mit verlässlichen historischen Abbildungen helfen, erhaltene Substanz, Rekonstruktion und spätere Ergänzungen zu unterscheiden. Die heutige Nutzung bestimmt, welche Bereiche öffentlich sind. Private, betriebliche oder gesicherte Räume dürfen nicht als frei zugängliche Sehenswürdigkeit verstanden werden. Beschilderung, Absperrungen und Hinweise des Personals haben immer Vorrang. So wird der Ort nicht nur als Name auf einer Karte, sondern als Teil der Berliner Stadtgeschichte und Gegenwart nachvollziehbar.
Praktische Angaben ändern sich schneller als die historische Bedeutung des Ortes. Deshalb nennt dieser Text keine dauerhaft garantierten Preise oder minutengenauen Öffnungszeiten. Maßgeblich bleiben Aushänge, Betreiberinformationen und Anweisungen des Personals. Wer am Morgen oder außerhalb großer Veranstaltungen kommt, findet häufig bessere Bedingungen zum Betrachten und Fotografieren. Wettergerechte Kleidung, ein geladenes Telefon und eine gespeicherte Rückverbindung erleichtern den Ablauf. Gleichzeitig sollten private Flächen, Anwohner und andere Gäste selbstverständlich respektiert werden. Für aktuelle Einschränkungen durch Bauarbeiten, Sonderveranstaltungen oder Sicherheitslagen bleibt stets der Betreiber beziehungsweise die zuständige Berliner Einrichtung die verlässlichste Quelle. Angaben von Drittanbietern sollten mit diesem Stand abgeglichen werden.